Stadtentwicklung und Architektur - Lüneburg im 20. Jahrhundert
Ausstellung im Lüneburger Wasserturm

Unsere Ausstellung im Lüneburger Wasserturm ließ ein Jahrhundert Revue passieren, das die Stadt einschneidender verändert hat als alle vorangegangenen in ihrer tausendjährigen Geschichte.

Eine Sache, die jeden angeht

Stadtentwicklung ist keine Sache sogenannter „Verantwortlicher”. Ein lebendiges Gemeinwesen braucht risikobereite Bürger, die nicht auf Aufträge warten, sondern die Initiative ergreifen, um mit ihrer Kreativität, ihrem Können und ihrem Vermögen ihre Stadt mitzugestalten. Ihr Engagement macht einen Ort zur lebens- und liebenswerten Heimat. Und es wirkt anziehend auf Unternehmer und aktive Neubürger.

Die Stadt als Exponat

Das Leitbild „Nachhaltige Stadtentwicklung” fordert heute von Wissenschaftlern, Bürgergruppen und Umweltverbänden, Ratsfraktionen und Ämtern der Verwaltung ein übergreifendes Verständnis von Stadtentwicklung:

Ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte sollen berücksichtigt werden. Ein intaktes, historisch gewachsenes Stadtbild ist besonders schützenswert. Die Balance zwischen den verschiedenen Interessen muß immer wieder neu ausgewogen werden.
Unsere umfassende Schau der Stadtentwicklung und Architektur Lüneburgs im 20. Jahrhundert setzte sich zum Ziel, die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt anzuregen und ihr Verantwortungsgefühl zu stärken.

Ein Projekt mit Initiativcharakter

Mit einem gemeinnützigen Trägerverein schufen wir uns den organisatorischen Rahmen für ein Gemeinschafts-projekt, in das schließlich rund 100 Personen ihre Qualifikationen einbrachten. Die Schirmherrschaft übernahm das „Deutsche Institut für Urbanistik” (Berlin). Achtundzwanzig Fachautoren beteiligten sich mit Einzelbeiträgen an der Dokumentation. Sponsoren aus der mittelständischen Wirtschaft sicherten die Finanzierung. Künstlergruppen aus Amsterdam und Belfast trafen sich in Lüneburg zu einem Symposium unter dem Titel „04131 - Town Projects”. Mit City Walks, Sound-Instalations und Performances näherten sie sich dem Stadtraum an.

Ein erfolgreiches Unternehmen

Nach dreimonatiger Laufzeit und einer Verlängerung um weitere sechs Wochen konnte unsere Ausstellung rund 15.000 Besucher verzeichnen - ein Projekt mit Modell-
charakter für viele vergleichbare Städte!

Die Stadt als Exponat. Auf den Erfolg von Ausstellung und Dokumentation stoßen an: Oberbürgermeister Ulrich Mädge, die Projektleiter Angela Schoop und Dr. Werner Preuß sowie die Architekten Dr. Erwin Pinnekamp und Carl-Peter von Mansberg.
Foto: Boldt, 10. Juni 2001

   
   
„Stadtentwicklung und Architektur - Lüneburg im 20. Jahrhundert”

   An der Jahrtausendschwelle lassen uns Ausstellung und Begleitbuch kurz innehalten: Im Rückblick auf ein Jahrhundert Stadtentwick-
   lung und Architektur in Lüneburg sollen in ihnen die Themen, Probleme und Lösungen nachgezeichnet werden, die die Stadtgesellschaft
   bewegt haben. Es sollen auch die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kräfte und die Personen, schließlich die Wege deutlich
   werden, die dahin geführt haben, wo Lüneburg heute steht. Ein solcher Rückblick besitzt einen Eigenwert, indem er Stadtgeschichte
   bewahrt. Er bildet zugleich ein Reservoir an Wissen, auf das die Handelnden zurückgreifen können und sei es nur, um verworfene
   Konzepte erneut zu prüfen, gefundene Lösungen erneut zu bezweifeln.
   Prof. Dr. Heinrich Mäding, Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin, Grußwort des Schirmherrn, 2001

Eine Attraktion für die ganze Familie: Das „Kaiser-
Panorama” mit Guckkasten-Bildern von Lüneburg um 1900. Foto: Boldt 2001
Senkungsschäden Auf der Rübekuhle, etwa 1957. Foto: Makovec
Neugestaltung der Gauhaupt-
stadt Lüneburg. General-
Bebauungsplan von 1941. Sammlung Pinnekamp
Hochschulstandort Lüneburg. Modell der FH Nordostnie-
dersachsen, FB Angewandte Automatisierungstechnik. Foto: Boldt 2001
Villa Brauer. Entwurf: Prof. Dr. h.c. Fritz Schumacher. Perspektivische Federzeichnung 1905. E. Haenel,
H. Tscharmann: Das Einzelwohnhaus der Neuzeit,
Leipzig 1909
Zur Online-Ausstellung Stadtentwicklung Lüneburg von Dr. Erwin Pinnekamp